Die Betreuung in Pflegeheimen nimmt 2020 ab, die Spitex-Versorgung kontinuierlich zu

2020 wurden in der Schweiz 158'433 Klientinnen und Klienten im Alters- und Pflegeheim betreut. Gegenüber 2019 entspricht dies einem Rückgang um 4%. Diese seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006 nie zuvor gesehene Abnahme dürfte auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen sein. Dennoch stiegen die Kosten um 2,6% an. Die 2'546 Spitex-Dienste erbrachten Leistungen für 420'793 Personen. Gegenüber 2019 entspricht dies einer Zunahme um 6,7%. Dies geht aus der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen und der Statistik der Hilfe und Pflege zu Hause des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

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Die Statistik zeigt, dass die Menschen in der Schweiz mit Unterstützung und Pflege durch die Spitex so lange wie möglich zu Hause in den eigenen vier Wänden leben möchte. Die Pandemie hat diese Tendenz verstärkt.

Hier die wichtigsten Zahlen zur Nonprofit-Spitex aus der Spitex Statistik 2020 (Vergleichszahlen aus dem Jahr 2019 jeweils in Klammer):

  • Die Nonprofit-Spitex ist nach wie vor klare Marktführerin: 78% aller Klientinnen und Klienten und 69% der geleisteten Pflegestunden werden von der Nonprofit-Spitex übernommen. Die ambulante Gesundheitsversorgung wächst, so ist auch die Anzahl der privaten, erwerbswirtschaftlichen Spitex-Organisationen und der selbstständigerwerbenden Pflegefachpersonen angestiegen.
  • Mehr Mitarbeitende, nämlich 40’256 (39’545), haben insgesamt mehr Klientinnen und Klienten, nämlich 327’350 (312’070), gepflegt und betreut (Pflegeleistung und Unterstützung).
  • Der Anteil der über 80-jährigen Personen, die Pflegeleistungen beanspruchen, hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. 38% der Klientinnen und Klienten (das entspricht 105’161 Personen) die pflegerische Leistungen beanspruchen, sind über 80-jährig. Dieser Anteil ist seit 2011 um 11% gesunken.
  • Hingegen hat insbesondere der Anteil der 20-64-jährigen Klientinnen und Klienten zugenommen. Er liegt heute bei 30% (dies entspricht 83’592 Personen) und ist damit seit 2011 um 10% angestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass die ambulante Pflege zunehmend auch Leistungen übernimmt, die bis anhin im stationären Bereich erbracht wurden (wie Onkologiepflege, Palliative Care, komplexe Pflegesituation nach einem Spitalaustritt etc). Weiter zeigt dies, dass die Nonprofit-Spitex für alle Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen da ist.
  • Die Anzahl Stunden pro Klientin und Klient in der Langzeitpflege ist bei der Nonprofit-Spitex nur halb so hoch (47) wie bei erwerbswirtschaftlichen Organisationen (115). Im Bereich Hauswirtschaft und Sozialbetreuung ist es sogar nur ein Viertel: 39 Stunden versus 139. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Nonprofit-Spitex auch Kurzeinsätze übernimmt (aufgrund ihrer Aufnahmepflicht), die für die erwerbswirtschaftliche Spitex nicht rentabel sind.
  • Von den verrechneten Pflegeleistungen sind 36% Behandlungspflege und 54% Grundpflege. Bei den erwerbswirtschaftlichen Organisationen liegen die entsprechenden Anteile bei 25% (Behandlungspflege) und 70% (Grundpflege). Das bedeutet, dass die Nonprofit-Spitex mit komplexen Pflegesituationen konfrontiert ist und diese von entsprechenden Fachpersonen ausgeführt werden müssen. Dies spiegelt sich auch in den Bildungsabschlüssen wider: Bei der Nonprofit-Spitex verfügt 35% des Personals (in VZÄ) über einen tertiären Abschluss (Diplom, Bachelor oder Master) und 28% über eine berufliche Grundausbildung (FaGe, FaBe etc.). 27% haben einen Kurs absolviert (Pflegehilfe, Haushelferin oder verfügen über keine spezifische Ausbildung). Bei der erwerbswirtschaftlichen Spitex liegen diese Anteile bei 22% (tertiär), 30% (berufliche Grundbildung) und 40% (Kurse oder keine spezifische Ausbildung).

Quelle: BFS / Spitex Schweiz

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