Spitex-Statistik: Demographie als Herausforderung

Im Kanton St. Gallen ist aktuell knapp jede zweite von der Spitex betreute Person über 80 Jahre alt. Dabei beziehen Frauen deutlich häufiger Spitex-Leistungen als Männer. Dies zeigt eine Analyse der kantonalen Fachstelle für Statistik. Der erstmals publizierte Analysebericht zur Spitex-Versorgung im Kanton St. Gallen präsentiert Basiskennzahlen zu den Spitex-Leistungserbringern und deren Klientinnen und Klienten für die Jahre 2010 bis 2015.

Pflegequote Spitex bleibt konstant

Die Pflegequote Spitex zeigt auf, welcher Anteil der Gesamtbevölkerung Leistungen der Spitex in Anspruch nimmt. Im Jahr 2015 bezogen im Kanton St. Gallen durchschnittlich 21 von 1‘000 Einwohnern Pflegeleistungen. 17 von 1‘000 Einwohnern nahmen hauswirtschaftliche und sozialbetreuerische Leistungen in Anspruch. Im Bereich der Pflegeleistungen liegt der Kanton St.Gallen unter dem Schweizer Durchschnitt, bei den hauswirtschaftlichen und sozialbetreuerischen Leistungen darüber. Wird die Pflegequote zusätzlich nach Alter und Geschlecht differenziert, zeigen sich beträchtliche Unterschiede: Bei den über 80-jährigen Personen nahmen 213 von 1‘000 Frauen und 181 von 1‘000 Männern Pflegeleistungen in Anspruch. Diese geschlechtsspezifischen Differenzen sind einerseits auf die höhere Lebenserwartung der Frauen zurückzuführen. Andererseits werden die Männer zu Hause oft von ihren Partnerinnen betreut und gepflegt.
 

Doppelt so viele Pflegebedürftige bis ins Jahr 2045

Da die Lebenserwartung steigt, dürfte in Zukunft auch der Bedarf an Spitex-Betreuung im Alter weiter zunehmen. Die kantonale Fachstelle für Statistik hat auf Basis der Bevölkerungsprognose für den Kanton St. Gallen und der Pflegequoten eine Prognose für die mögliche Anzahl Spitex-Klientinnen und -Klienten berechnet. Unter gleichbleibenden Bedingungen wird bei den Pflegeleistungen bis ins Jahr 2045 mit einer Zunahme von heute rund 10‘500 auf über 18‘000 Pflegebedürftige gerechnet. Der grösste Anstieg wird bei der Altersgruppe der über 80-Jährigen erwartet. Hier gehen die Prognosen von einer Verdoppelung der Patientenzahlen aus. Das gleiche Bild zeigt sich bei der prognostizierten Anzahl Spitex-Klientinnen und -Klienten im Bereich Hauswirtschaft und Sozialleistungen.
 

Anzahl Beschäftigter im Spitex-Bereich steigt

Seit 2010 hat im Kanton St. Gallen die Anzahl der Beschäftigten im Spitex-Bereich kontinuierlich zugenommen. 2015 arbeiteten 2‘880 Angestellte in der Spitex (2010: 2‘467 Beschäftigte), was einem Beschäftigungsvolumen von rund 860 Vollzeitäquivalenten entspricht (2010: 675). Etwas über 20 Prozent der Beschäftigten hat eine höhere Berufsbildung abgeschlossen (Fachhochschul- oder höhere Fachschule-Niveau oder Diplomniveau II), weitere knapp 20 Prozent besitzen eine berufliche Grundbildung Pflege. Etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten sind Personen mit Pflege- und Betreuungskursen (SRK), Praktikantinnen und Praktikanten sowie Personen ohne spezifische Ausbildung für die geleistete Arbeit.
 

Pflegeleistungen bilden Haupteinnahmequelle

Etwas mehr als die Hälfte der Einnahmen von insgesamt 82 Millionen Franken im Jahr 2015 wurden mit den Pflegeleistungen erwirtschaftet, rund 20 Prozent mit Hauswirtschaft und Sozialbetreuung. Die restlichen Einnahmen wurden mit Mahlzeitendienst und übrigen Dienstleistungen (Transportdienst, Vermietung von Material etc.) generiert. Bei den Pflegeleistungen übernehmen die Krankenversicherungen rund Dreiviertel der Kosten, den Rest teilen sich Klientinnen und Klienten sowie die Gemeinden.


Quelle: Kanton St. Gallen, Fachstelle für Statistik

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