KLV-Beiträge an die Spitex werden auf 1.1.2020 gekürzt

Das EDI hat entschieden, dass die Versicherungsbeiträge an die Leistungen der Spitex um 3.6% gekürzt werden. Im Gegenzug werden die Ansätze für Pflegeheime erhöht.
Die Pflegeberufe werden auf denselben Zeitpunkt aufgewertet, indem ihre Kompetenzen erhöht werden: Pflegefachpersonen können künftig den Pflegebedarf für einen Teil der Leistungen ohne ärztliche Mitwirkung ermitteln.

Ziel der Neuordnung der Pflegefinanzierung im Jahr 2011 war, eine zusätzliche finanzielle Belastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zu vermeiden. Die Beiträge der OKP wurden daher so festgelegt, dass die Vergütung für die Pflegeleistungen vor und nach der Neuordnung der Pflegefinanzierung gleichbleibt. Eine Überprüfung hat nun ergeben, dass die Pflegeheime von der OKP 115 Millionen Franken zu wenig, die Krankenpflege zu Hause 32 Millionen Franken zu viel pro Jahr erhalten. Zur Anpassung müssen die Beiträge an die Pflegeheime um 6.7% erhöht und diejenigen der Pflege zu Hause um 3.6% gesenkt werden.

Pflegeberufe werden aufgewertet
Das EDI hat zudem Massnahmen erarbeitet, um in der Pflege den administrativen Aufwand zu verringern und die Kompetenzen des Pflegepersonals zu stärken. Dieses kann künftig den Pflegebedarf für einen Teil der Leistungen ohne ärztliche Mitwirkung ermitteln. Die vorgenommenen Änderungen werten die Tätigkeit der Pflegefachpersonen auf und nehmen einen Teil der Forderungen der Initiative "Für eine starke Pflege" (Pflegeinitiative) auf.

Spitex Schweiz: Jegliches Verständnis fehlt
Spitex Schweiz fehlt jegliches Verständnis für diesen Entscheid, der dem Grundsatz «ambulant vor stationär» widerspricht. Es sei nun an den Restfinanzieren, die Lücke zu schliessen und die Kürzung von 3.6% vollumfänglich zu kompensieren (vgl. Medienmitteilung unten).

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