Kooperationsvereinbarungen als effizienteste Nutzung vorhandener Ressourcen
Die kooperative Vernetzung ist das Herzstück der Spitex AI und sorgt durch interprofessionelle Projekte für effiziente Abläufe im gesamten Kanton. Davon profitieren nicht nur die Patientinnen und Patienten durch eine bedarfsgerechte Pflege, sondern auch die Fachkräfte der Spitex durch attraktive, vernetzte Arbeitsbedingungen.
Text: Eva Zwahlen
Die kooperative Vernetzung ist ein zentrales Element des Leitbilds der Spitex Appenzell Innerrhoden – und sie prägt unseren Alltag spürbar. In den vergangenen Jahren hat sich die Zusammenarbeit im Gesundheits- und Sozialwesen des Kantons deutlich intensiviert. Die Bestrebungen hin zu einer integrierten Versorgung haben das Bewusstsein für Synergien geschärft und die interprofessionelle Zusammenarbeit entlang des gesamten Behandlungspfads gestärkt. Davon profitieren vor allem unsere Klientinnen und Klienten: Dank klar abgestimmter Schnittstellen, kurzen Informationswegen und raschen Rückmeldungen bei Übertritten ist eine kontinuierliche, bedarfsgerechte Versorgung möglich.
Bereits heute übernehmen nebst der Spitex verschiedene Organisationen – unter anderem die Pro Senectute, Sozialdienste und Hausarztpraxen – wichtige Koordinations- und Beratungsaufgaben. Künftig sollen diese Aufgaben durch verbindliche Kooperationsvereinbarungen noch besser abgestimmt werden – in einem kleinen Kanton mit kurzen Wegen die effizienteste Nutzung vorhandener Ressourcen. Neue Vernetzungstreffen und gemeinsame Projekte fördern den fachlichen Austausch und stärken das gegenseitige Verständnis. Auch im Alltag zeigt sich der Mehrwert: bei Fachfragen, im Erfahrungsaustausch oder bei der Materialbeschaffung ebenso wie in der psychiatrischen Pflege, wo die vertiefte Vernetzung zusätzliche Sicherheit schafft.
Ein besonders anschauliches Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Gesundheitszentrum Appenzell. Die Kurzzeit- und Übergangspflege (KÜP) ermöglicht es, auf Pflegenotfälle oder Phasen erhöhter Überwachungsbedürftigkeit flexibel zu reagieren. Gut koordinierte Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Versorgung erleichtern einen rascheren Spitalaustritt oder den Verbleib in der eigenen Wohnung. Auch im Bereich der Palliative Care pflegen wir eine enge und gut abgestimmte Zusammenarbeit mit dem Gesundheitszentrum sowie auch mit dem palliativen Brückendienst. Gemeinsam haben wir den Anspruch, Klientinnen und Klienten in der End-of-Life-Phase möglichst gemäss ihren persönlichen Vorstellungen zu begleiten – und vielfach bedeutet dies, das Sterben zu Hause zu ermöglichen.
Diese engen Kooperationen wirken sich auch positiv auf die Arbeitgeberattraktivität aus. Gemeinsame Weiterbildungen, Ausbildungsverbünde und der gegenseitige Personalverleih fördern Wissenstransfer, Flexibilität und berufliche Entwicklung. Kurze Entscheidungswege, Gestaltungsraum und die Mitarbeit in institutionsübergreifenden Projekten schaffen attraktive Arbeitsbedingungen – und stärken die langfristige Bindung von Fachpersonen.
Susanne Tidbury, Vorsitzende Geschäftsleitung Spitex-Verein Appenzell Innerrhoden
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