«Die Anzahl Anmeldungen zeigt die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Spitex»
Die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen dem Kantonsspital und der Spitex sichert eine lückenlose Nachsorge und verhindert Versorgungslücken nach dem Spitalaustritt. Durch digitale Lösungen und gemeinsame Qualitätsstandards wird ein präziser Informationsfluss gewährleistet, der die Patientensicherheit im häuslichen Umfeld stärkt.
Text: Eva Zwahlen
Die professionelle Pflege endet nicht mit dem Spitalaustritt – sie setzt sich zu Hause fort. Genau hier zeigt sich, wie zentral eine enge und gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen HOCH (Health Ostschweiz) und der Spitex ist. Als Leiterin des Bereichs Entwicklung und Qualitätsmanagement Pflege liegt mein Fokus darauf, evidenzbasierte Pflege weiterzuentwickeln, fachliche Prozesse zu gestalten und Qualitätsstandards zu sichern. Dazu gehören Konzepte, Leitlinien und neue Rollen in der Pflege ebenso wie die kontinuierliche Arbeit an der Austritts- und Nachsorgeplanung.
Die Aufenthaltsdauern im Akutspital werden tendenziell kürzer, die Anforderungen an eine vorausschauende Planung steigen. Jährlich wechseln allein vom Kantonsspital St. Gallen rund 1000 Patientinnen und Patienten in die Spitex-Pflege. Diese Zahl unterstreicht, wie wichtig funktionierende Schnittstellen sind. Die Spitex übernimmt die Pflege nahtlos weiter und verhindert damit Versorgungslücken – eine unverzichtbare Leistung für Patientinnen und Patienten sowie das gesamte Versorgungssystem.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist der strukturierte Informationsfluss. OPAN ist seit vielen Jahren ein etabliertes und unerlässliches Instrument in der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit der Spitex wurde zudem ein Qualitätsstandard zur Austrittsplanung entwickelt, der ein gemeinsames Verständnis schafft, welche Informationen für die Weiterbetreuung notwendig sind. Mit der Einführung des neuen Klinikinformationssystems KISIM konnten Abläufe weiter verbessert werden: Stammdaten werden direkt übernommen, die Fehlerquote sinkt, und der Pflegeaustrittsbericht enthält alle relevanten Angaben für die Spitex. So wird die Grundlage geschaffen, damit die Pflege zu Hause professionell und sicher weitergeführt werden kann.
Trotz gut funktionierender Prozesse gibt es Optimierungspotenzial. Wo viele Menschen beteiligt sind, entstehen auch Missverständnisse. Entscheidend sind deshalb der regelmässige Austausch und eine gelebte Lernkultur. Rückmeldungen der Spitex helfen uns, Abläufe zu schärfen und die Qualität gemeinsam weiterzuentwickeln. Bezüglich integrierter Versorgung gibt es sicher noch viel zu tun.
Barbara Schoop, Leiterin Bereich Entwicklung und Qualitätsmanagement Pflege HOCH (Health Ostschweiz)
Weitere Beiträge zur «Care@Home Ostschweiz 2040» finden Sie hier.
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