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29.06.2026

Technik, die verbindet und die Pflege für die Zukunft stärkt

Das Wohnlabor SimDeC der OST erforscht, wie digitale Assistenzsysteme die Selbstbestimmung im eigenen Zuhause fördern und Pflegefachkräfte entlasten können. Durch die Verknüpfung von technischer Innovation, fundierter Beratung und praxisnaher Ausbildung entstehen massgeschneiderte Lösungen für eine moderne, patientenzentrierte Pflege.

Text: Eva Zwahlen

 

Digitale Assistenzsysteme können in der Pflege zu Hause weit mehr leisten als punktuelle Entlastung. Im Wohnlabor SimDeC[1] der OST erleben wir täglich, wie Technik Selbstbestimmung fördert und Barrieren reduziert – gerade dann, wenn körperliche oder kognitive Veränderungen den Alltag erschweren. Entscheidend ist jedoch nicht die einzelne technische Lösung, sondern das Zusammenspiel zwischen Menschen, Prozessen und digitalen Möglichkeiten.

Mit dem Innovationszentrum zum Mitmachen (IzM) bündeln wir Erfahrungsfragmente, die im Alltag vielerorts parallel gesammelt werden, zu einem umfassenden Gesamtbild. Wir beraten Beratende, recherchieren geeignete Technologien und pflegen den Austausch mit Herstellenden. Dabei lautet unser Anspruch, «Kooperation statt Konkurrenz» zu fördern. Die digitale Citizen-Science-Plattform «WiQQi» unterstützt uns dabei, individuelles Erfahrungswissen systematisch mit kollektiven Erkenntnissen zu verbinden. So entsteht ein Wissensstamm, der es erlaubt, für jede Person passgenaue Unterstützungspakete aus Beratung, Technik und Dienstleistungen zu gestalten.

Für die Pflegewissenschaft ist das Wohnlabor ein Lern- und Entwicklungsraum: Masterstudierende erproben hier innovative Fallarbeit, erleben die Wirkung von Assistenzsystemen im realitätsnahen Setting und lernen, technische Optionen kritisch einzuordnen. Sie erkennen, dass vernetztes Arbeiten Lösungen erleichtert und dass technologische Hilfsmittel keine Patentrezepte sind, sondern sorgfältig in die jeweilige Lebenswelt eingebettet werden müssen. Gerade in der Versorgung von Menschen mit Demenz oder mehrfachen chronischen Erkrankungen zeigt sich, wie wichtig es ist, Beziehungen zu gestalten und gleichzeitig digitale Potenziale klug zu nutzen.

Das SimDeC befähigt zukünftige Pflegeexpertinnen und -experten, auf Basis fundierter Evidenz zu handeln, interprofessionell zu kooperieren und Technik als integralen Bestandteil einer patientenzentrierten Pflege zu verstehen. So bereiten wir sie darauf vor, die Pflege zu Hause weiterzuentwickeln und die Chancen der Technisierung verantwortungsvoll zu nutzen.

 

Prof. Dr. Thomas Beer, Studiengangsleiter MSc in Pflegewissenschaft Ostschweizer Fachhochschule OST

Josef Huber, Dozent Departement Gesundheit, Ostschweizer Fachhochschule OST

www.simdec.ch

 

Weitere Beiträge zur «Care@Home Ostschweiz 2040» finden Sie hier.

 

[1] 1SimDeC (Simulation im Bereich Dementia Care) ist ein Wohnlabor für Aging in Place&Technik der Ostschweizer Fachhochschule OST. Im SimDeC geht es darum, Selbstbestimmtheit durch Technik zu erhalten und zu fördern.

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